Besoldungssteigerung – 30 Jahre Beamtengehälter im Vergleich

Analyse der Beamtenbesoldung seit 1995: Durchschnittliche Steigerung von 2,3% pro Jahr, große Unterschiede zwischen Bundesländern.

Entwicklung seit der Föderalismusreform

Seit 2006 regeln Bund und Länder die Besoldung eigenständig. Bayern führt mit +54,8% Gesamtsteigerung, Bremen ist Schlusslicht mit +42,1%.

Inflationsausgleich

Über 30 Jahre hat die Besoldung die Inflation leicht übertroffen. Die Jahre 2023/2024 waren Ausnahmejahre mit über 5% Erhöhung.

Beamtenbesoldung

Besoldungssteigerung der letzten 30 Jahre

Wie haben sich die Beamtengehälter entwickelt? Wann und wie wird erhöht? Welche Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern?

Ø 2.28%

pro Jahr (30 Jahre)

+5.5%

Höchste Erhöhung (2023)

+0.21%

realer Gewinn p.a.

4

Nullrunden

Wie funktioniert die Besoldungserhöhung?

Anders als Angestellte haben Beamte keinen Tarifvertrag. Ihre Besoldung wird durch Gesetz festgelegt – beim Bund durch das Bundesbesoldungsgesetz, bei den Ländern durch die jeweiligen Landesbesoldungsgesetze. In der Praxis orientieren sich die Erhöhungen meist an den Tarifabschlüssen für den öffentlichen Dienst (TVöD/TV-L), erfolgen aber oft zeitversetzt.

Entwicklung der Besoldung

Jährliche Besoldungserhöhungen (orientiert an TVöD/TV-L Abschlüssen)

Föderalismusreform 2006

Seit der Föderalismusreform 2006 können Bund und Länder die Besoldung ihrer Beamten eigenständig regeln. Dies hat zu teilweise erheblichen Unterschieden zwischen den Bundesländern geführt.

Spitzenreiter

Bayern, Bund, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg

Ø >2,3% pro Jahr

Mittelfeld

Schleswig-Holstein, Niedersachsen, NRW, Sachsen

Ø 2,1-2,2% pro Jahr

Schlusslichter

Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland

Ø <2,0% pro Jahr

Wovon hängt die Erhöhung ab?

Tarifabschlüsse

TVöD (Bund/Kommunen) und TV-L (Länder) geben die Richtung vor

Haushaltslage

Finanzstarke Länder erhöhen oft früher und stärker

Verfassungsrecht

Mindestabstandsgebot zur Grundsicherung muss gewahrt bleiben

Inflation

In Phasen hoher Inflation wird oft stärker erhöht

Politik

Letztlich entscheidet der jeweilige Gesetzgeber

Besoldung vs. Inflation
Hat die Besoldung die Inflation ausgeglichen?
ZeitraumBesoldungInflationRealBewertung
1995-2005+18.2%+15.8%+2.4%Leicht positiv
2006-2015+15.5%+16.2%-0.7%Nullrunden und niedrige Erhöhungen
2016-2024+34.8%+30.3%+4.5%Aufholung, v.a. 2023/2024

Fazit: Über 30 Jahre hat die Beamtenbesoldung die Inflation leicht übertroffen (+6.2% real). Allerdings gab es Phasen mit Reallohnverlusten, insbesondere 2006-2015.

Das Alimentationsprinzip

Der Dienstherr ist verpflichtet, Beamte und ihre Familien 'amtsangemessen' zu alimentieren. Dies ist ein hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums nach Artikel 33 Absatz 5 des Grundgesetzes. Das Bundesverfassungsgericht hat mehrfach Mindeststandards definiert.

Verfassungsrechtliche Vorgaben:

  • Besoldung muss amtsangemessen sein
  • Beamtenfamilien müssen standesgemäß leben können
  • Abstand zur Grundsicherung muss gewahrt bleiben (Mindestabstandsgebot)
  • Besoldung darf nicht willkürlich festgesetzt werden
Prognose für die Zukunft

2025-2027

2.0-2.5%

Inflation normalisiert sich, Haushalte unter Druck

2028-2035

2.0-2.5%

Langfristiger Durchschnitt, demografischer Wandel

2035+

2.0-3.0%

Abhängig von Wirtschaftsentwicklung und Fachkräftemangel

Häufige Fragen

Wann werden Beamte bezahlt?

Beamte erhalten ihr Gehalt (Besoldung) meist am Monatsende im Voraus. Die Erhöhungen treten oft rückwirkend in Kraft.

Warum verdienen Beamte in Bayern mehr?

Bayern hat als finanzstarkes Bundesland die Besoldung seit 2006 überdurchschnittlich erhöht. Der Freistaat sieht attraktive Gehälter als wichtig für die Personalgewinnung.

Bekommen Beamte automatisch mehr Gehalt?

Ja, durch zwei Mechanismen: 1) Die regulären Besoldungsanpassungen durch Gesetz. 2) Das Aufsteigen in den Erfahrungsstufen (nach 2, 5, 8, 11, 14, 17 und 21 Dienstjahren).

Warum gibt es manchmal 'Nullrunden'?

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten oder bei angespannter Haushaltslage verzichten manche Dienstherren auf Erhöhungen. Dies war z.B. 2005-2007 bei vielen Ländern der Fall.

Zusammenfassung
  • Beamtenbesoldung ist langfristig stabil und steigt real leicht
  • Große Unterschiede zwischen den Bundesländern (bis zu 13% Differenz)
  • Finanzstarke Länder (Bayern, BW, Hessen) zahlen am besten
  • Ostdeutsche Länder haben mittlerweile aufgeholt
  • Haushaltsschwache Länder (Bremen, Berlin, Saarland) hinken hinterher
  • 2023/2024 waren Ausnahmejahre mit besonders hohen Steigerungen
  • Langfristig kann man mit ca. 2.0-2.5% pro Jahr rechnen

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