Pensionslücke berechnen – Versorgungslücke für Beamte ermitteln

Berechne deine persönliche Pensionslücke als Beamter kostenlos. Der Pensionslücken-Rechner zeigt dir, wie groß die Differenz zwischen deinem gewünschten Lebensstandard und dem Ruhegehalt wirklich ist – inklusive PKV-Kosten, Beihilfe und Steuern.

Was ist die Pensionslücke für Beamte?

Auch Beamte haben trotz der vergleichsweise hohen Pension eine Versorgungslücke. Diese entsteht durch: steigende PKV-Kosten im Alter (durchschnittlich +4% pro Jahr), die Differenz zwischen Pension (max. 71,75%) und letztem Nettoeinkommen, und den Kaufkraftverlust durch Inflation.

So wird die Beamtenpension berechnet

Das Ruhegehalt berechnet sich aus: Ruhegehaltsfähige Dienstbezüge × Ruhegehaltssatz. Der Ruhegehaltssatz steigt pro Dienstjahr um 1,79375% und ist auf maximal 71,75% begrenzt (nach 40 Dienstjahren). Das Mindestruhegehalt beträgt 35% der ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge.

  • 5 Dienstjahre: ca. 8,97% Ruhegehaltssatz
  • 10 Dienstjahre: ca. 17,94% Ruhegehaltssatz
  • 20 Dienstjahre: ca. 35,88% Ruhegehaltssatz
  • 30 Dienstjahre: ca. 53,81% Ruhegehaltssatz
  • 40 Dienstjahre: 71,75% Ruhegehaltssatz (Maximum)

PKV und Beihilfe für Pensionäre

Im Ruhestand erhöht sich der Beihilfesatz von 50% auf 70%. Das bedeutet, dass der Dienstherr 70% der Krankheitskosten übernimmt. Die PKV muss nur noch 30% absichern, was den Beitrag reduziert. Dennoch steigen die PKV-Beiträge im Alter erheblich:

  • Beihilfesatz steigt von 50% auf 70% bei Pensionierung
  • PKV-Tarif wird auf 30% Restkosten angepasst
  • Trotzdem: PKV-Beiträge steigen durchschnittlich 4% pro Jahr
  • Im Alter können PKV-Kosten 400-600€ monatlich erreichen

Besoldungsgruppen und deren Auswirkung

Die Besoldungsgruppe bestimmt das Grundgehalt und damit die spätere Pension:

  • A9-A12: Gehobener Dienst (z.B. Polizei, Verwaltung)
  • A13-A16: Höherer Dienst (z.B. Lehrer, Juristen)
  • B-Besoldung: Führungspositionen
  • R-Besoldung: Richter und Staatsanwälte

Hinzu kommen Familienzuschlag (verheiratet, Kinder) und die Erfahrungsstufe (1-8), die das Gehalt mit zunehmender Dienstzeit steigert.

Wie können Beamte ihre Pensionslücke schließen?

  • Private Altersvorsorge: ETF-Sparpläne als kostengünstige Lösung
  • Rürup-Rente: Steuerlich absetzbar, auch für Beamte interessant
  • Immobilien: Mietfreies Wohnen oder Zusatzeinkommen
  • Riester nur bei Kindern sinnvoll (Zulagen)
  • Dienstzeitverlängerung erhöht den Ruhegehaltssatz

Pensionslückenrechner für Beamte

Berechne deine individuelle Versorgungslücke als Beamter - mit Ruhegehaltssatz, PKV-Kosten im Alter und Beihilfe-Anspruch.

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Beamtenpension: Sicher, aber oft nicht so hoch wie gedacht

Die Beamtenpension gilt als sicher – und das ist sie auch. Aber die Versorgungslücke, die entsteht, unterschätzen viele Beamte. Denn die Pension beträgt maximal 71,75% des letzten Grundgehalts – und dieses Maximum erreichst du erst nach über 40 Dienstjahren.

Teilzeit, späte Verbeamtung, Elternzeit oder ein Wechsel in die Privatwirtschaft reduzieren den Ruhegehaltssatz oft erheblich. Und anders als bei Angestellten gibt es für Beamte keine gesetzliche Rentenversicherung, die ergänzend einspringt.

Die Geschichte von Studienrätin Meier und den verlorenen Dienstjahren

Warum auch Beamte ihre Versorgung genau durchrechnen sollten:

Studienrätin Meier, 45, ist seit 12 Jahren verbeamtete Lehrerin (A13) in NRW. Vorher hat sie 8 Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet. Sie geht davon aus, mit 65 eine komfortable Pension zu erhalten – schließlich ist sie Beamtin.

Die Rechnung: Bis zum Ruhestand sammelt sie noch 20 Jahre. Mit den 12 bereits geleisteten Jahren kommt sie auf 32 Dienstjahre. Das ergibt einen Ruhegehaltssatz von nur 57,44% (32 × 1,79375%). Dazu hatte sie in zwei Jahren Teilzeit (60%) für die Kinderbetreuung.

Ihr letztes Grundgehalt (A13, Stufe 12, NRW): ca. 6.200 € brutto. Ihre Pension: etwa 3.450 € brutto – nicht 4.450 €, wie sie naiv angenommen hatte. Nach Steuern und PKV-Beitrag bleiben ca. 2.400 € netto.

Ihre Pensionslücke zum gewünschten Lebensstandard (3.000 € netto): 600 € monatlich. Für 25 Jahre Ruhestand braucht sie zusätzlich etwa 180.000 € Kapitalstock.

Die gute Nachricht: Mit 350 € monatlich in einen ETF-Sparplan (6% Rendite) über 20 Jahre kann sie dieses Ziel erreichen.

So berechnet sich dein Ruhegehaltssatz

Ruhegehaltssatz = Dienstjahre × 1,79375% (max. 71,75%)

Du brauchst also genau 40 Dienstjahre (40 × 1,79375% = 71,75%), um das Maximum zu erreichen. Jedes fehlende Jahr kostet dich knapp 1,8 Prozentpunkte deiner Pension. Teilzeitjahre werden nur anteilig gerechnet.

Diese Faktoren reduzieren deine Pension

Späte VerbeamtungWer erst mit 35 verbeamtet wird, kann maximal 30 Dienstjahre sammeln (nur 53,8%)
Teilzeit50% Teilzeit für 5 Jahre = nur 2,5 Jahre werden angerechnet
ElternzeitOhne Bezüge gezählt, aber nur als ruhegehaltfähig, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind
Vorzeitiger RuhestandJedes Jahr vor 67 kostet 3,6% Abzug (max. 14,4%)
DienstunfähigkeitBei früher Dienstunfähigkeit wird die Pension aufgestockt – aber oft nicht auf das erhoffte Niveau
Bundesland-UnterschiedeA13 in Bayern ≠ A13 in Berlin. Die Besoldung unterscheidet sich je nach Bundesland erheblich

Das PKV-Problem im Ruhestand

Die private Krankenversicherung wird für Beamte im Alter oft zur finanziellen Belastung:

Als Beamter bist du beihilfeberechtigt und typischerweise privat krankenversichert. Im aktiven Dienst übernimmt der Dienstherr 50% (mit Kindern bis 70%) deiner Krankheitskosten über die Beihilfe, du versicherst nur den Rest privat.

Im Ruhestand steigt die Beihilfe auf 70%. Klingt gut – aber: Dein PKV-Beitrag steigt trotzdem jährlich um durchschnittlich 4%. Ein heute 40-Jähriger mit 200 € PKV-Beitrag zahlt mit 80 Jahren bereits ca. 500-600 € – trotz 70% Beihilfe.

Plane den steigenden PKV-Beitrag unbedingt in deine Versorgungslücke ein! Mit 85 Jahren kann der PKV-Beitrag einen erheblichen Teil deiner Pension auffressen.

Tipp: Manche Tarife bieten Beitragsentlastungen im Alter an. Prüfe frühzeitig, ob sich ein Tarifwechsel lohnt.

Rechenbeispiel: A12-Beamter mit 35 Dienstjahren

Du bist Regierungsamtmann (A12, Stufe 8, Bund) mit 35 Dienstjahren, gehst mit 65 in Pension und hast aktuell ein Grundgehalt von ca. 5.100 € brutto.

Ruhegehaltssatz: 35 × 1,79375% = 62,78% → Brutto-Pension: ca. 3.200 € → Nach Steuern und PKV (ca. 350 €): etwa 2.500 € netto

Zum Vergleich: Im aktiven Dienst hattest du netto ca. 3.600 €. Deine Pension deckt also nur 69% deines bisherigen Lebensstandards.

💡 Die sogenannte 'Luxuspension' der Beamten ist oft ein Mythos. Viele Beamte haben eine Versorgungslücke von 500-1.000 € monatlich.

Die Realität der Beamtenversorgung

Die durchschnittliche Beamtenpension liegt bei etwa 3.200 € brutto – deutlich unter dem oft zitierten 'Beamten-Privileg'. Besonders der mittlere und gehobene Dienst hat häufig Versorgungslücken.

Deutscher Beamtenbund (dbb), Versorgungsbericht 2023

Der Mythos der 'reichen Beamten' hält sich hartnäckig. In Wahrheit haben viele Beamte im mittleren und gehobenen Dienst nach Abzug von PKV und Steuern weniger als vergleichbare Angestellte mit betrieblicher Altersvorsorge.

Steuervorteile nutzen: Rürup für Beamte

Als Beamter hast du keine betriebliche Altersvorsorge und kein Riester. Aber es gibt einen steuerlich attraktiven Weg:

👉 Die Rürup-Rente (Basisrente) ist für Beamte oft die beste steuergeförderte Altersvorsorge.

2024: Bis zu 27.566 € (Singles) bzw. 55.132 € (Verheiratete) absetzbar
100% der Beiträge sind steuerlich absetzbar
Besonders lukrativ bei hoher Besoldungsgruppe (hoher Grenzsteuersatz)
Auszahlung erst ab 62, lebenslange Rente – passt zur Pensionslücke

Dein Aktionsplan als Beamter

1

Dienstzeiten prüfen

Wie viele ruhegehaltfähige Dienstjahre wirst du erreichen? Teilzeit, Elternzeit und Auszeiten beachten!

2

Besoldungstabelle checken

In welcher Erfahrungsstufe wirst du pensioniert? Das letzte Grundgehalt ist entscheidend

3

Versorgungsauskunft anfordern

Bei deiner Personalstelle kannst du eine Versorgungsauskunft beantragen

4

PKV-Beitragsentwicklung kalkulieren

Plane mit 4% jährlicher Steigerung bis ins hohe Alter

5

Wunsch-Lebensstandard definieren

Wie viel Netto brauchst du im Ruhestand wirklich?

6

Sparplan starten

Je früher, desto besser. Schon 200 € monatlich machen über 25 Jahre einen enormen Unterschied

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen und Berechnungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Berechnungen basieren auf vereinfachten Annahmen und historischen Durchschnittswerten. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Alle Angaben ohne Gewähr.