Rentenlücke berechnen – Versorgungslücke im Alter ermitteln

Berechne deine persönliche Rentenlücke kostenlos. Der Rentenlückenrechner zeigt dir, wie groß die Differenz zwischen deinem gewünschten Lebensstandard und der gesetzlichen Rente wirklich ist – inklusive aller Abzüge für Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Steuern sowie dem Kaufkraftverlust durch Inflation.

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke, auch Versorgungslücke genannt, ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Alter zum Leben benötigst, und dem, was du tatsächlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhältst. Viele Menschen unterschätzen diese Lücke erheblich.

Gründe dafür sind: Die Kaufkraft-Minderung durch Inflation über Jahrzehnte, Abzüge für Krankenversicherung (ca. 8% bei GKV), Pflegeversicherung (ca. 2%) und die zunehmende Rentenbesteuerung (bis 2058 steigt der steuerpflichtige Anteil auf 100%).

So berechnest du deine Rentenlücke

  1. Gib dein aktuelles Alter und gewünschtes Rentenalter ein
  2. Trage dein aktuelles Nettoeinkommen ein
  3. Gib deine Entgeltpunkte ein (findest du in deiner Renteninformation)
  4. Wähle GKV oder PKV als Krankenversicherung
  5. Der Rechner berechnet automatisch alle Abzüge und die verbleibende Lücke

Was sind Entgeltpunkte?

Entgeltpunkte (EP) sind die Währung der gesetzlichen Rentenversicherung. Du sammelst sie während deines Arbeitslebens:

  • 1 Entgeltpunkt = 1 Jahr Arbeit mit Durchschnittsgehalt (2024: ca. 45.358 €)
  • 45 Entgeltpunkte = Standardrente nach 45 Jahren Durchschnittsgehalt
  • Aktueller Rentenwert 2025: 40,79 € pro Entgeltpunkt und Monat

Deine aktuellen Entgeltpunkte findest du in der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.

Diese Abzüge reduzieren deine Rente

Krankenversicherung in der Rente

GKV: Ca. 8% der Brutto-Rente (Eigenanteil, die andere Hälfte zahlt die Rentenversicherung). PKV: Der volle Beitrag wird fällig, steigt durchschnittlich 4% pro Jahr. Im Alter kann die PKV deutlich teurer sein als die GKV.

Pflegeversicherung in der Rente

Ca. 1,7-2% der Brutto-Rente als Eigenanteil. Kinderlose ab 23 Jahren zahlen einen Zuschlag von 0,6%. Die Beitragssätze werden voraussichtlich weiter steigen.

Rentenbesteuerung

Der steuerpflichtige Anteil der Rente steigt kontinuierlich. 2024: 84% sind steuerpflichtig. Bis 2058 steigt dies auf 100%. Der steuerfreie Anteil wird einmalig bei Rentenbeginn festgelegt und bleibt dann konstant.

Inflation und Kaufkraftverlust

Die Kaufkraft deiner Rente sinkt jährlich durch Inflation. Bei 2% Inflation und 30 Jahren bis zur Rente ist dein Geld nur noch ca. 55% so viel wert wie heute.

Wie kann ich meine Rentenlücke schließen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Versorgungslücke zu schließen:

  • Private Altersvorsorge: ETF-Sparpläne, private Rentenversicherungen
  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Oft mit Arbeitgeberzuschuss
  • Riester-Rente: Staatliche Förderung durch Zulagen und Steuervorteile
  • Rürup-Rente (Basisrente): Besonders für Selbstständige interessant
  • Immobilien: Mietfreies Wohnen oder Mieteinnahmen im Alter
  • Längeres Arbeiten: Jedes Jahr länger erhöht die Rente

Rentenlückenrechner

Berechne deine individuelle Versorgungslücke im Alter und plane rechtzeitig für deinen Ruhestand - mit realistischer Inflation und Rentenanpassungen.

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Was ist die Rentenlücke und warum betrifft sie fast jeden?

Die Rentenlücke – auch Versorgungslücke genannt – ist die Differenz zwischen deinem gewünschten Lebensstandard im Alter und dem, was du tatsächlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung bekommst. Diese Lücke ist meist größer, als man denkt, denn die offizielle Renteninformation zeigt nur die Brutto-Rente – nicht, was nach Abzügen übrig bleibt.

Bei einer Brutto-Rente von 2.000 € im Monat bleiben nach Krankenversicherung (ca. 8%), Pflegeversicherung (ca. 3-4%) und Steuern oft nur 1.500-1.600 € netto übrig. Und selbst dieser Betrag verliert durch Inflation jährlich an Kaufkraft.

Die Geschichte von Herrn Müller und seinem bösen Erwachen

Eine wahre Geschichte, die sich jeden Tag in Deutschland wiederholt:

Herr Müller, 45 Jahre, Ingenieur bei einem Mittelständler, verdient gut – 70.000 € brutto im Jahr. Seine Renteninformation zeigt ihm stolze 2.100 € monatliche Rente bei Renteneintritt mit 67. 'Das reicht doch', denkt er. Schließlich fällt die Miete weg (Haus abbezahlt), und weniger Ausgaben hat man im Alter eh.

Dann rechnet er genauer: Von den 2.100 € gehen 8% Krankenkasse (168 €), 3,4% Pflege (71 €) und ca. 150 € Steuern ab. Bleiben 1.711 € netto. Klingt noch okay?

Doch Herr Müller geht erst in 22 Jahren in Rente. Bei 2% Inflation entsprechen die 1.711 € dann einer Kaufkraft von nur noch 1.117 € in heutigem Geld. Von seinem jetzigen Netto (ca. 3.600 €) bleiben also nur noch 31% übrig.

Herr Müller braucht zusätzlich ca. 500.000 €, um seine Rentenlücke von rund 1.500 € monatlich (kaufkraftbereinigt) für 25 Jahre Ruhestand zu schließen. Und er hat noch 22 Jahre Zeit zum Sparen.

Die gute Nachricht: Herr Müller kann noch handeln. Mit 830 € monatlich bei 6% Rendite erreicht er sein Ziel. Aber hätte er mit 25 angefangen, wären es nur 200 € gewesen.

Diese Abzüge fressen deine Rente

Krankenversicherung (GKV)~8% deiner Brutto-Rente – und dieser Anteil wird vermutlich steigen
Krankenversicherung (PKV)Fester Beitrag, steigt aber um ~4% pro Jahr. Mit 85 oft 800-1.200 € im Monat
Pflegeversicherung3,4% bei Kinderlosen, 2,3-3,1% mit Kindern – Tendenz steigend
Rentensteuer (2024-2058)84% der Rente sind steuerpflichtig, steigt auf 100% bis 2058
Inflation2% jährlich bedeutet: Dein Geld ist in 30 Jahren nur noch 55% wert

So berechnest du deine echte Rentenlücke

Rentenlücke = Wunsch-Netto − (Brutto-Rente − KV − PV − Steuern) × Kaufkraft-Faktor

Der Kaufkraft-Faktor berücksichtigt die Inflation bis zu deinem Renteneintritt. Bei 2% Inflation und 20 Jahren bis zur Rente ist er etwa 0,67 – dein Geld ist dann nur noch 67% dessen wert, was es heute ist.

Rechenbeispiel: Die versteckte Lücke

Du bist 35 Jahre alt, verdienst 50.000 € brutto und möchtest im Alter 2.000 € netto haben (kaufkraftbereinigt). Laut Renteninformation erwartest du 1.600 € brutto Rente.

Netto nach allen Abzügen: ca. 1.300 € – kaufkraftbereinigt in 32 Jahren: nur noch 690 € in heutigem Geld!

Deine echte Rentenlücke: 1.310 € monatlich (nicht 400 €, wie man naiv rechnen würde)

💡 Die unsichtbaren Faktoren – Steuern, Sozialabgaben, Inflation – verdreifachen oft die gefühlte Rentenlücke.

Was die Experten sagen

Die gesetzliche Rente wird für die meisten Menschen nur noch eine Basisabsicherung sein. Wer seinen Lebensstandard halten will, muss privat vorsorgen – und zwar so früh wie möglich.

Axel Börsch-Supan, Direktor des Max-Planck-Instituts für Sozialpolitik

Die Demografie ist unerbittlich: 1962 kamen auf einen Rentner noch 6 Beitragszahler, heute sind es nur noch 2. Das Rentenniveau (vor Steuern) lag 2000 noch bei 52,9%, 2024 bei etwa 48% – und wird weiter sinken.

Die 72er-Regel für deine Altersvorsorge

Mit dieser einfachen Formel kannst du berechnen, wie lange es dauert, bis sich dein Geld verdoppelt:

👉 72 ÷ Rendite (in %) = Jahre bis zur Verdopplung

Bei 2% Zinsen (Tagesgeld): 72 ÷ 2 = 36 Jahre
Bei 4% Zinsen (Anleihen): 72 ÷ 4 = 18 Jahre
Bei 7% Rendite (Aktien-ETF): 72 ÷ 7 = ~10 Jahre

Dein Aktionsplan gegen die Rentenlücke

1

Renteninformation prüfen

Fordere deine aktuelle Renteninformation an und rechne die Netto-Rente aus

2

Wunsch-Lebensstandard definieren

Wie viel Geld brauchst du realistisch im Alter? Faustregel: 70-80% deines aktuellen Nettos

3

Rentenlücke berechnen

Nutze unseren Rechner mit allen Abzügen und Inflation

4

Kapitalstock ermitteln

Wie viel Vermögen brauchst du, um die Lücke über 25-30 Jahre zu füllen?

5

Sparrate festlegen

Je früher du anfängst, desto niedriger die nötige monatliche Rate

6

Anlagestrategie wählen

ETF-Sparplan, betriebliche Altersvorsorge, Immobilie – finde den richtigen Mix

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen und Berechnungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Berechnungen basieren auf vereinfachten Annahmen und historischen Durchschnittswerten. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Alle Angaben ohne Gewähr.