Kaufkraft berechnen – Inflationsrechner

Berechne wie die Inflation den Wert deines Geldes verringert. Der Kaufkraftrechner zeigt dir, was dein Geld in 10, 20 oder 30 Jahren noch wert ist – basierend auf historischen Inflationsdaten des Statistischen Bundesamts.

Was ist Kaufkraftverlust durch Inflation?

Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen im Laufe der Zeit teurer werden. 10.000€ heute können weniger kaufen als 10.000€ in 20 Jahren – selbst wenn der Geldbetrag auf dem Konto gleich bleibt. Diesen Wertverlust nennt man Kaufkraftverlust.

Rechenbeispiel: 10.000€ bei 2% Inflation

Wenn du heute 10.000€ auf einem Sparkonto ohne Zinsen liegen lässt und die durchschnittliche Inflation bei 2% pro Jahr liegt:

  • Nach 5 Jahren: Kaufkraft 9.039€ (Verlust: 961€)
  • Nach 10 Jahren: Kaufkraft 8.171€ (Verlust: 1.829€)
  • Nach 20 Jahren: Kaufkraft 6.676€ (Verlust: 3.324€)
  • Nach 35 Jahren: Kaufkraft ~5.000€ (Verlust: 50%)

Historische Inflation in Deutschland

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate von 2% an. In der Praxis schwankt die Rate jedoch erheblich. Der 30-Jahres-Durchschnitt liegt bei etwa 2,2%. In Krisenzeiten kann die Inflation stark abweichen – wie 2022 mit 7,9% und 2023 mit 5,9%.

Strategien gegen Kaufkraftverlust

Um die Kaufkraft zu erhalten, muss Geld eine Rendite erzielen, die mindestens der Inflation entspricht. Strategien sind:

  • Breit gestreute ETFs (historisch ~7% p.a.)
  • Aktien von Qualitätsunternehmen
  • Immobilien (Sachwerte)
  • Inflationsindexierte Anleihen

Kaufkraftverlust-Rechner

Berechne, wie die Inflation den realen Wert deines Geldes über die Zeit verringert – und warum Geld auf dem Sparkonto an Wert verliert.

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Was ist Kaufkraftverlust?

Kaufkraftverlust beschreibt das Phänomen, dass dein Geld mit der Zeit weniger wert wird – nicht nominal, sondern real.

Während der Euro-Betrag auf deinem Konto gleich bleibt, kannst du dir davon immer weniger kaufen. Das liegt an der Inflation: Die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen kontinuierlich.

Die Europäische Zentralbank strebt eine Inflationsrate von 2% an – das klingt harmlos, hat aber dramatische Langzeitfolgen.

Die Geschichte vom fleißigen Sparer

Eine wahre Geschichte aus der Nachkriegszeit zeigt die zerstörerische Kraft der Inflation:

Ein deutscher Handwerker sparte sein ganzes Leben lang fleißig. 1913 hatte er 10.000 Goldmark angespart – ein kleines Vermögen, genug für ein Haus.

Er legte das Geld auf ein Sparkonto und dachte, es sei dort sicher. Dann kam der Erste Weltkrieg und die Hyperinflation von 1923.

Am Ende konnte er sich von seinen 10.000 Mark nicht einmal mehr ein Brot kaufen. Die Inflation hatte sein gesamtes Lebenswerk ausgelöscht.

Im November 1923 kostete ein Brot 200 Milliarden Mark. Das 'sichere' Sparkonto hatte seinen Besitzer ruiniert.

Auch wenn Hyperinflation heute unwahrscheinlich ist: Schon 2-3% Inflation pro Jahr vernichten langfristig erhebliche Vermögenswerte.

Die Mathematik des Kaufkraftverlusts

Kaufkraft = Betrag ÷ (1 + Inflation)^Jahre

Bei 2% Inflation ist dein Geld nach 35 Jahren nur noch halb so viel wert. Bei 3% Inflation passiert das bereits nach 24 Jahren. Das bedeutet: Wer mit 30 Jahren 100.000 € für die Rente mit 65 spart, hat real nur noch etwa 50.000 € Kaufkraft.

Konkretes Rechenbeispiel

Du legst heute 50.000 € auf ein Sparkonto mit 0% Zinsen und planst, das Geld in 30 Jahren zur Rente zu nutzen.

Bei 2,5% durchschnittlicher Inflation sind deine 50.000 € dann nur noch etwa 24.000 € in heutiger Kaufkraft wert!

Du hast nominal noch 50.000 € – aber du kannst dir davon nur noch halb so viel kaufen wie heute.

💡 Geld, das keine Rendite erwirtschaftet, verliert systematisch an Wert. Das 'sichere' Sparkonto ist langfristig der sichere Weg zum Kaufkraftverlust.

Historische Inflation in Deutschland

2022-20236-8% – Energiekrise und Nachwirkungen der Pandemie
2010-20211-2% – Niedrigzinsphase mit moderater Inflation
1990-20092-3% – Normale Inflationsraten nach der Wiedervereinigung
1970er Jahre5-7% – Ölkrisen führten zu hoher Inflation
1923Hyperinflation – Preise verdoppelten sich alle paar Tage

Warum Bargeld auf Dauer verliert

Inflation ist Besteuerung ohne Gesetzgebung.

Milton Friedman, Wirtschaftsnobelpreisträger

Inflation wirkt wie eine versteckte Steuer auf alle, die Geld halten statt es zu investieren.

Anders als bei echten Steuern bemerken viele Menschen diesen Verlust nicht, weil der nominale Betrag auf dem Konto gleich bleibt.

Erst wenn sie etwas kaufen wollen, merken sie: Das Geld reicht nicht mehr so weit wie früher.

So schützt du dich vor Kaufkraftverlust

1

Breit gestreute ETFs

Historisch 7% Rendite p.a. – deutlich über der Inflation

2

Inflationsgeschützte Anleihen

Staatsanleihen mit Inflationsausgleich für den sicheren Teil

3

Sachwerte

Immobilien und Gold behalten tendenziell ihren realen Wert

4

Aktienanteil im Alter reduzieren

Aber nie komplett auf Cash setzen – Inflation frisst alles

5

Regelmäßig überprüfen

Passt deine Rendite noch zur aktuellen Inflationsrate?

Die Faustformel für Realrendite

Um zu wissen, ob dein Geld wirklich wächst, nutze diese einfache Formel:

👉 Realrendite = Nominalrendite - Inflation

Tagesgeld 3% - Inflation 2,5% = 0,5% Realrendite (kaum Wachstum)
ETF 7% - Inflation 2,5% = 4,5% Realrendite (echtes Wachstum)
Sparkonto 0% - Inflation 2,5% = -2,5% Realrendite (Kaufkraftverlust!)

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen und Berechnungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Berechnungen basieren auf vereinfachten Annahmen und historischen Durchschnittswerten. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Alle Angaben ohne Gewähr.