Altersvorsorgedepot: Die Reform ab 2027
Die Reform der privaten Altersvorsorge bringt ein neues Altersvorsorgedepot mit staatlicher Förderung. Wichtig: Es ist ein VERTRAG mit einem Anbieter – kein klassisches Depot wie bei Neobrokern. Hier erfährst du alle Details.
Das Altersvorsorgedepot ist KEIN normales Depot, das du selbst verwaltest. Es ist ein zertifizierter Vertrag mit einem Anbieter (Bank, Versicherung), der dein Geld anlegt. Du kannst keine bestehenden ETFs aus einem privaten Depot übertragen – du zahlst nur Geld ein, das dann vom Anbieter investiert wird.
- Vertrag mit einem Anbieter (Bank, Versicherung)
- Anbieter legt das Geld nach Vertragsbedingungen an
- Keine Übertragung eigener ETFs möglich
- Max. 1.800€/Jahr gefördert (6.840€ max. Einzahlung)
- Zertifizierung durch Bundeszentralamt für Steuern erforderlich
Start
1. Januar 2027
Max. Förderung
1.800€ pro Jahr
Max. Grundzulage
480€ pro Jahr
Kinderzulage
bis 300€ pro Kind
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein zertifizierter Altersvorsorgevertrag, den du bei einem Anbieter (Bank, Versicherung, Fondsgesellschaft) abschließt. Anders als ein privates Depot bei einem Neobroker wird das Geld vom Anbieter angelegt – du wählst aus vorgegebenen Optionen. Dafür erhältst du staatliche Zulagen und Steuervorteile.
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Wichtig: Die nachgelagerte Besteuerung kann die Fördervorteile komplett auffressen – besonders wenn du im Alter noch andere Einkünfte hast (Rente, Pension, Mieteinnahmen).
Probiere unbedingt den fortgeschrittenen Modus aus und gib deine erwarteten Einkünfte im Alter an, um ein realistisches Bild zu bekommen.
Die drei Produktarten
Nach der Reform gibt es drei verschiedene Produkttypen:
Vorteile:
- Höhere Renditechancen
- Keine Garantiekosten
Nachteile:
- Kein Kapitalschutz
- Wertschwankungen möglich
Für wen? Für alle mit langem Anlagehorizont und Risikotoleranz
Vorteile:
- Keine eigenen Anlageentscheidungen nötig
- Max. 1,5% Effektivkosten
- Einfacher Online-Abschluss möglich
Nachteile:
- Weniger Auswahl
- Automatische Umschichtung kann Rendite kosten
Für wen? Für alle ohne Kapitalmarkterfahrung, die sich nicht selbst entscheiden wollen
Vorteile:
- Planungssicherheit
- Schutz vor Verlusten
- 80%-Variante als guter Kompromiss: mehr Renditechance bei nur 20% Risiko
Nachteile:
- 100%-Garantie kostet deutlich mehr Rendite
- Garantiekosten schmälern langfristigen Vermögensaufbau
Für wen? Für sicherheitsorientierte Anleger – die 80%-Variante ist hier der beste Kompromiss
Die staatliche Förderung im Detail
Die Förderung ist beitragsproportional – je mehr du einzahlst (bis 1.800€), desto mehr Zulagen bekommst du. Anders als bei Riester gibt es keinen komplexen Mindesteigenbeitrag mehr.
| Einzahlung | Fördersatz | Max. Zulage |
|---|---|---|
| Bis 1.200€ | 30 Cent pro Euro (ab 2029: 35 Cent) | 360€ (ab 2029: 420€) |
| 1.201€ - 1.800€ | 20 Cent pro Euro | 120€ |
Maximale Grundzulage: 480€ pro Jahr bei 1.800€ Einzahlung (ab 2029: 540€)
Ab 2029 steigt die Förderung auf 35 Cent für die ersten 1.200€
Für jedes kindergeldberechtigte Kind erhält ein Elternteil zusätzlich 25 Cent pro eingezahltem Euro – maximal 300€ pro Kind und Jahr (bei 1.200€ Eigenbeitrag erreicht).
Wer vor dem 25. Geburtstag einen Altersvorsorgevertrag abschließt, erhält einmalig 200€ Bonus.
+200€ Einmalbonus
Um förderberechtigt zu sein, musst du mindestens 120€ pro Jahr (10€/Monat) einzahlen.
Gefördert werden maximal 1.800€/Jahr. Du kannst insgesamt bis zu 6.840€/Jahr einzahlen, aber nur 1.800€ werden staatlich gefördert.
Förderquoten nach Lebenssituation
Je nach Einzahlung und Kinderzahl variiert die Förderquote erheblich:
| Person | Situation | Einzahlung | Zulagen | Im Depot | Förderquote |
|---|---|---|---|---|---|
| Albert | Alleinerziehend, 2 Kinder | 600€ | +180€ / +300€ | 1.080€ | 80% |
| Amie | Angestellt, 1 Kind | 1.200€ | +360€ / +300€ | 1.860€ | 55% |
| Johannes | Gutverdiener, keine Kinder | 1.800€ | +480€ / +0€ | 2.280€ | 27% |
Die Förderquote berechnet sich als: Zulagen / Eigenbeitrag × 100. Je weniger du selbst einzahlst und je mehr Kinder du hast, desto höher ist deine prozentuale Förderung.
Wer ist förderberechtigt?
Die Förderberechtigung entspricht weitgehend der bisherigen Riester-Regelung:
- Arbeitnehmer und Auszubildende in versicherungspflichtiger Beschäftigung
- Pflichtversicherte Selbstständige in der gesetzlichen Rentenversicherung
- Pflegende Angehörige (mind. Pflegegrad 2, mind. 10 Std./Woche)
- Eltern während der Kindererziehungszeit (3 Jahre)
- Bezieher von Arbeitslosengeld, Krankengeld, Übergangsgeld
- Minijobber (die NICHT von der Versicherungspflicht befreit sind)
- Beamte, Richter, Berufssoldaten
- Künstler und Publizisten nach dem KSVG
- Freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung
- Selbstständige ohne Pflichtversicherung
- Minijobber, die sich von der Versicherungspflicht befreit haben
- Vollrentner wegen Alters
Ehepartner: Ehepartner von unmittelbar Förderberechtigten können mittelbar förderberechtigt sein (eigener Mindestbeitrag 120€/Jahr erforderlich, max. 175€ Zulage).
Kosten: Gedeckelt, aber zu hoch
Die Kosten für das Altersvorsorgedepot sind gesetzlich gedeckelt – das ist ein Fortschritt gegenüber Riester. Aber die Deckelung ist aus meiner Sicht noch zu hoch angesetzt.
Für das Standarddepot (die vereinfachte Variante) gilt eine Obergrenze von 1,5% Effektivkosten pro Jahr. Das beinhaltet alle Kosten: Fondskosten (TER), Verwaltungskosten des Anbieters und eventuelle Vertriebskosten.
Für die anderen Varianten (klassisches Altersvorsorgedepot, Garantieprodukt) gibt es keine solche Deckelung – hier können die Kosten höher ausfallen!
1,5% Effektivkosten klingen nach einer Verbesserung – sind aber immer noch viel zu teuer, wenn das Geld einfach nur in ETFs angelegt wird.
| Variante | Kosten p.a. | Bei 10.000€ | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Altersvorsorgedepot (Standarddepot) | max. 1,5% p.a. | 150€/Jahr | Zu teuer für ETF-Anlage |
| Günstiges ETF-Depot beim Neobroker | 0,1-0,3% p.a. | 10-30€/Jahr | Was ETF-Anlage kosten sollte |
| Meine Empfehlung für AV-Depot | max. 0,8% p.a. | 80€/Jahr | Angemessene Obergrenze |
Aus meiner Sicht sollten die Kosten bei einem Produkt, das hauptsächlich in ETFs investiert, nicht mehr als 0,8% betragen. 1,5% ist ein Anfang – aber noch keine verbraucherfreundliche Lösung. Achte bei der Anbieterwahl genau auf die tatsächlichen Kosten!
Bei 1.800€/Jahr Einzahlung über 30 Jahre mit 7% Rendite vor Kosten: Der Unterschied zwischen 0,5% und 1,5% Kosten beträgt am Ende über 20.000€ weniger Vermögen.
Vergleiche vor Vertragsabschluss die Effektivkosten verschiedener Anbieter. Günstigere Anbieter werden kommen – warte lieber auf bessere Angebote, wenn 2027 noch keine günstigen Produkte verfügbar sind.
Steuerliche Behandlung
Das Altersvorsorgedepot folgt dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: Einzahlungen und Erträge sind in der Ansparphase steuerfrei, Auszahlungen werden später voll versteuert.
Zulage > Steuerersparnis
Du bekommst nur die Zulagen (typisch bei niedrigem Einkommen)
Steuerersparnis > Zulage
Du bekommst die Zulagen PLUS die Differenz als Steuervorteil
Beispiel: Johannes zahlt 1.800€ ein, bekommt 480€ Zulage. Bei 33% Grenzsteuersatz wäre die Steuerersparnis 760€ (auf 2.280€ inkl. Zulage). Er erhält also: 480€ Zulage + 280€ zusätzlicher Steuervorteil = 760€ Gesamtförderung.
Keine Besteuerung in der Ansparphase
Kapitalerträge und Wertsteigerungen werden nicht besteuert – keine Vorabpauschale, keine Abgeltungssteuer beim Umschichten.
Sonderausgabenabzug
Eigenbeiträge plus Zulageanspruch können als Sonderausgaben geltend gemacht werden (max. 2.280€ ohne Kinderzulage).
Günstigerprüfung
Das Finanzamt wählt automatisch die für dich bessere Variante (Zulage oder Steuerersparnis).
Die Auszahlungen werden als 'sonstige Einkünfte' voll mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert (§22 Nr. 5 EStG). Im Ruhestand ist der Steuersatz meist niedriger als im Erwerbsleben.
Altersvorsorgedepot vs. Privates Depot
Beide Wege haben ihre Berechtigung – aber sie funktionieren grundlegend unterschiedlich:
| Kriterium | Altersvorsorgedepot | Privates Depot |
|---|---|---|
| Konstruktion | Vertrag mit einem Anbieter, Geld wird vom Anbieter angelegt | Eigenes Depot, volle Kontrolle über Investments |
| Staatliche Förderung | Zulagen + Steuervorteile (27-80%) | Keine |
| Anlageentscheidungen | Eingeschränkt: Auswahl aus Anbieter-Optionen | Völlig frei: Jeder ETF, jede Aktie |
| Flexibilität | Eingeschränkt (Auszahlung ab Renteneintritt) | Volle Flexibilität jederzeit |
| Notfall-Zugriff | Möglich, aber Förderung muss zurückgezahlt werden | Jederzeit ohne Nachteile |
| Besteuerung Ansparphase | Keine Vorabpauschale, steuerfreies Umschichten | Vorabpauschale + Steuern bei Verkauf |
| Besteuerung Auszahlung | Volle Einkommensteuer (nachgelagert) | 25% Abgeltungssteuer nur auf Gewinne |
| Kosten | Standarddepot: max. 1,5% Effektivkosten | ETF-Depot ab 0,2% TER möglich |
| Anbieterwechsel | Nach 5 Jahren kostenfrei, vorher Gebühren möglich | Depotübertrag meist kostenlos |
| Vererbbarkeit | Nur an Ehepartner ohne Förderrückzahlung | Volle Vererbbarkeit |
Das Altersvorsorgedepot bietet attraktive Förderung, aber weniger Kontrolle und Flexibilität. Es ist ein Baustein der Altersvorsorge – nicht die komplette Lösung.
Die differenzierte Empfehlung
Nutze die Förderung – aber verstehe die Grenzen.
Die Zulagen sind attraktiv (27-80% Förderquote). Aber: Du gibst Kontrolle ab, das Geld ist bis zur Rente gebunden, und 1.800€/Jahr reichen meist nicht, um die Rentenlücke zu schließen. Ein privates Depot bleibt für die meisten Menschen unverzichtbar.
→ Jetzt Rentenlücke berechnenFür wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt
- •Familien mit Kindern: Kinderzulagen sind besonders attraktiv
- •Geringverdiener: Hohe Förderquote trotz kleiner Einzahlung
- •Berufseinsteiger unter 25: 200€ Einmalbonus mitnehmen
- •Alle, die die Förderung nicht verschenken wollen
Die Nachteile, die du kennen solltest
- •Kein selbstverwaltetes Depot – der Anbieter legt an
- •Keine Übertragung bestehender ETFs möglich
- •Geld bis zur Rente gebunden (förderschädliche Entnahme kostet)
- •1.800€/Jahr reichen für die meisten nicht aus
- •Kosten von max. 1,5% sind für ETF-Anlage viel zu hoch (sollte max. 0,8% sein)
- •Vererbung nur an Ehepartner ohne Nachteile
- •Volle Einkommensteuer im Alter kann teurer sein als 25% Abgeltungssteuer heute
Welche Produkte dürfen ins Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot erlaubt nur bestimmte Anlageprodukte, die der Anbieter in seinem Produktportfolio führt. Hier ist wichtig zu verstehen: Du kaufst keine ETFs direkt – du schließt einen Vertrag ab und wählst aus dem Angebot des Anbieters.
Passive Fonds, die einen Index wie den MSCI World oder DAX abbilden. Niedrige Kosten (0,1-0,3% TER), keine aktiven Fondsmanager.
ETFs sind die kosteneffizienteste Form der Aktienanlage. Sie folgen dem Markt und liefern die Marktrendite abzüglich minimaler Kosten.
Fonds mit Fondsmanagern, die versuchen, durch aktive Auswahl den Markt zu schlagen. Höhere Kosten (1,5-2,5% TER + ggf. Ausgabeaufschlag).
Aktiv gemanagte Fonds sind aus meiner Sicht keine sinnvolle Option für langfristige Altersvorsorge.
Produkte mit Garantie auf mindestens die eingezahlten Beiträge zum Rentenbeginn. Meist Mischung aus Fonds und sicheren Anlagen.
Garantien kosten Rendite. Wer 30+ Jahre Zeit hat, sollte auf Garantien verzichten. Wenn Garantie, dann die 80%-Variante – sie bietet deutlich mehr Renditechance bei nur 20% Risiko.
Auf Euro lautende Anleihen (Staats- und Unternehmensanleihen) sind im Altersvorsorgedepot grundsätzlich zulässig, sofern der Anbieter diese anbietet.
Euro-Anleihen können zur Diversifikation und Risikoreduzierung beitragen, insbesondere wenn der Renteneintritt näher rückt. Die Rendite liegt aber meist unter der von Aktien-ETFs.
Aktiv gemanagte Fonds versprechen, den Markt zu schlagen – aber die Realität sieht anders aus. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass aktive Fonds systematisch hinter der Marktrendite zurückbleiben:
Über 90% der aktiven Fonds schlagen den Index nicht
Die SPIVA-Studien von S&P zeigen Jahr für Jahr: Auf lange Sicht (10-15 Jahre) schaffen es weniger als 10% der aktiv gemanagten Fonds, ihre Benchmark zu übertreffen.
Die Kosten fressen die Rendite
Ein aktiver Fonds mit 1,8% TER muss jedes Jahr 1,5% mehr Rendite erwirtschaften als ein ETF mit 0,3% TER – nur um gleich abzuschneiden. Das schafft auf Dauer kaum ein Fondsmanager.
Vergangene Performance garantiert nichts
Selbst wenn ein Fonds in der Vergangenheit gut war: Es gibt keine zuverlässige Methode, zukünftige Gewinner-Fonds vorherzusagen. Die heutigen Top-Performer sind selten die Top-Performer von morgen.
Der Zinseszinseffekt arbeitet gegen dich
1% Mehrkosten klingen wenig, aber über 30 Jahre Ansparzeit summiert sich das auf 20-30% weniger Endvermögen.
Für die Altersvorsorge gilt: Wähle im Altersvorsorgedepot ausschließlich ETF-basierte Optionen. Die niedrigen Kosten und die garantierte Marktrendite sind für langfristiges Sparen nicht zu schlagen. Lass dich nicht von Versprechungen aktiver Fondsmanager blenden – die Statistik ist eindeutig.
- Einzelaktien kaufen
- Kryptowährungen
- Bestehende ETFs aus deinem privaten Depot übertragen
- Völlig frei jeden beliebigen ETF kaufen – nur Auswahl aus Anbieterangebot
- Rohstoffe direkt kaufen
Achte bei der Anbieterwahl darauf, dass günstige, breit gestreute ETFs (z.B. auf MSCI World oder FTSE All-World) angeboten werden. Finger weg von Anbietern, die nur teure aktive Fonds im Sortiment haben!
Die Auszahlphase: Zwei Optionen
Zu Beginn der Auszahlphase (frühestens ab 62, spätestens ab Renteneintritt) hast du zwei Möglichkeiten:
Vorteile:
- Höhere monatliche Beträge als bei Verrentung
- Noch nicht ausgezahltes Vermögen ist vererbbar
- Kein Versicherungsmantel nötig
Nachteile:
- Ab 85 ist das Kapital aufgebraucht
- Langlebigkeitsrisiko (aber: privates Depot als Backup)
Vorteile:
- Kein Langlebigkeitsrisiko
- Planbare Einnahmen bis zum Lebensende
Nachteile:
- Geringere monatliche Beträge
- Bei frühem Tod ist Kapital oft verloren
- Keine Vererbung möglich (außer bei Rentengarantiezeit)
Rentengarantiezeit
Bei Leibrenten kann optional eine 10- oder 20-jährige Rentengarantiezeit vereinbart werden: Stirbst du in dieser Zeit, erhalten Hinterbliebene die Rente bis zum Ende der Garantiezeit.
Meine Empfehlung
Für die meisten empfehle ich den Auszahlungsplan bis 85. Das Langlebigkeitsrisiko kannst du mit deinem privaten Depot abdecken – das ist flexibler und du behältst die Kontrolle.
Für Riester-Sparer: Wechseln oder bleiben?
Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz. Du hast mehrere Optionen:
Weiter wie bisher
Du behältst deinen Riester-Vertrag mit der bisherigen Förderung. Keine Änderung nötig.
Nur Förderung wechseln
Du behältst deinen Vertrag, wechselst aber in die neue Fördersystematik (beitragsproportionale Zulagen). Erklärung an Anbieter genügt.
Komplett wechseln
Du überträgst dein Riester-Kapital in ein neues Altersvorsorgedepot mit neuen Konditionen und neuer Förderung. Dabei können Wechselkosten anfallen.
Nach 5 Jahren Vertragslaufzeit: Kostenfrei. Vorher: Bis zu 150€ Wechselgebühr möglich.
Ein Wechsel zurück zur alten Förderung ist nicht möglich. Prüfe vorher genau, ob sich der Wechsel für deine Situation lohnt.
Wichtige Einschränkungen
Das Altersvorsorgedepot hat klare Grenzen:
Anlageuniversum
Nur vom Anbieter angebotene Fonds/ETFs. Keine Einzelaktien, kein Krypto, keine eigenen ETF-Käufe.
Du gibst die Kontrolle ab
Keine ETF-Übertragung
Du kannst keine bestehenden ETFs aus einem privaten Depot übertragen – nur Geld einzahlen.
Wichtige Einschränkung für bestehende Anleger
Förderschädliche Entnahme
Entnahme vor Renteneintritt führt zur Rückzahlung aller Zulagen und Steuervorteile.
Flexibilität stark eingeschränkt
Vererbung
Nur an Ehepartner übertragbar ohne Förderrückzahlung. Bei Vererbung an Kinder werden Zulagen zurückgefordert.
Privates Depot ist hier klar besser
Kosten
Standarddepot max. 1,5% Effektivkosten – das ist immer noch 5-15x teurer als ein günstiges ETF-Depot beim Neobroker (0,1-0,3%). Andere Varianten können sogar noch teurer sein.
1,5% ist für ETF-Anlage viel zu teuer – sollte max. 0,8% sein
Die beste Altersvorsorge kombiniert staatliche Förderung mit eigenverantwortlichem Sparen. Das Altersvorsorgedepot kann ein sinnvoller Baustein sein – aber dein privates Depot bleibt dein Sicherheitsnetz und gibt dir die Kontrolle über dein Geld.
Häufige Fragen (FAQ)
Offizielle Quellen
Dezember 2025 – Basierend auf den offiziellen FAQ des Bundesfinanzministeriums (Stand: 16.12.2025). Änderungen im Gesetzgebungsverfahren möglich.
Wichtiger Hinweis
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen und Berechnungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Berechnungen basieren auf vereinfachten Annahmen und historischen Durchschnittswerten. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Alle Angaben ohne Gewähr.
Altersvorsorgedepot FAQ
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist die Weiterentwicklung der Riester-Rente ab 2027. Du kannst bei Banken, Neobrokern oder Fondsgesellschaften ein staatlich gefördertes Depot eröffnen und mit ETFs für deine Rente sparen.
Wie hoch ist die Förderung?
Für die ersten 1.200€ Einzahlung erhältst du 30% Zulage (max. 360€), für weitere 600€ nochmal 20% (max. 120€). Maximale Grundzulage: 480€ pro Jahr. Plus bis zu 300€ Kinderzulage pro Kind.
Wann kommt das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot soll ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein. Die Reform wird 2026 beschlossen.
Altersvorsorgedepot vs. Privates Depot
Das Altersvorsorgedepot bietet staatliche Förderung und Steuervorteile in der Ansparphase. Das private Depot bietet volle Flexibilität und günstigere Besteuerung bei Entnahme. Empfehlung: Beide kombinieren.
Förderquoten Beispiele
Alleinerziehend mit 2 Kindern, 600€ Einzahlung: 80% Förderquote. Single ohne Kinder, 1.800€ Einzahlung: 27% Förderquote.
Wichtige Einschränkungen
Nur Fonds Risikoklasse 1-5, keine Einzelaktien oder Krypto. Förderschädliche Entnahme vor 65: Rückzahlung aller Zulagen. Maximalbeitrag: 1.800€/Jahr.